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Der Website-Check: acht Punkte, die Sie selbst prüfen können
Sie brauchen keine Agentur, um herauszufinden, ob Ihre Website in Ordnung ist. Sie brauchen zwei Stunden, ein Telefon und diese Liste.
Die Frage, ob eine Website „noch gut genug“ ist, wird meistens nach Gefühl beantwortet. Sie sieht altmodisch aus, also muss sie neu. Oder sie sieht ordentlich aus, also passt sie.
Beides führt in die Irre. Eine Seite, die hübsch aussieht und keine Anfragen bringt, ist teurer als eine schlichte, die welche bringt. Prüfen Sie deshalb nicht den Eindruck, sondern acht konkrete Punkte. Sie brauchen dafür zwei Stunden.
1. Aktualität
Gehen Sie Ihre Seite durch und suchen Sie nach allem, was nicht mehr stimmt.
Öffnungszeiten. Preise. Mitarbeiter, die nicht mehr da sind. Leistungen, die Sie nicht mehr anbieten. Ein Blog, dessen letzter Eintrag von 2021 ist. Eine Jahreszahl im Fußbereich, die zwei Jahre zurückliegt.
Jeder dieser Punkte sagt dem Besucher dasselbe: Hier kümmert sich niemand. Wenn er das über Ihre Website denkt, denkt er es auch über Ihre Arbeit.
2. Ladezeit
Prüfen Sie mit Google PageSpeed Insights, kostenlos und ohne Anmeldung. Wichtig ist der Wert für Mobilgeräte, nicht der für den Rechner.
Die häufigste Ursache für lahme Seiten bei kleinen Betrieben sind unverkleinerte Fotos. Ein Bild direkt aus der Kamera hat schnell vier Megabyte. Auf 300 Kilobyte verkleinert sieht es auf dem Bildschirm gleich aus und lädt zehnmal schneller.
3. Bedienbarkeit auf dem Telefon
Nehmen Sie Ihr eigenes Handy und arbeiten Sie eine vollständige Anfrage durch, so wie ein Kunde es täte.
Ist die Schrift ohne Zoomen lesbar? Lässt sich das Menü mit dem Daumen bedienen? Ist die Telefonnummer antippbar? Ragt irgendwo etwas über den Rand? Wenn Sie dabei ungeduldig werden, wird es Ihr Kunde auch.
4. Der erste Bildschirm
Der Bereich, den man ohne Scrollen sieht, entscheidet, ob jemand bleibt. Er muss drei Fragen beantworten: Was machen Sie? Für wen? Wo?
„Willkommen auf unserer Website“ beantwortet keine davon. „Elektroinstallation für Altbauten im Rhein-Kreis Neuss“ beantwortet alle drei in sechs Wörtern. Mehr dazu in Zehn Fehler, die Ihre Website jeden Tag Anfragen kosten.
5. Der Weg zur Anfrage
Zählen Sie, wie viele Klicks ein Besucher braucht, um Kontakt aufzunehmen. Bei mehr als einem haben Sie Arbeit.
Prüfen Sie außerdem Ihr Formular, indem Sie es selbst absenden. Erstaunlich viele Kontaktformulare sind seit einem Server- oder Anbieterwechsel kaputt, ohne dass es jemand gemerkt hätte. Der Betrieb wundert sich seit Monaten über wenige Anfragen. Prüfen Sie auch, ob die Bestätigungsmail nicht im Spam landet.
6. Auffindbarkeit
Suchen Sie in einem privaten Browserfenster nach Ihrem Gewerk plus Ort. Stehen Sie auf der ersten Seite? Steht Ihr Google-Eintrag im Kartenkasten oben?
Prüfen Sie dann die Grundlagen: Hat jede Unterseite einen eigenen Seitentitel? Steht in jedem Titel der Ort? Gibt es zu jeder wichtigen Leistung eine eigene Seite? Wie Sie die passenden Begriffe finden, steht in Lokale Keywords.
7. Rechtliches
Hier geht es nicht um Marketing, hier geht es um Abmahnungen.
Ein vollständiges Impressum, das von jeder Seite aus mit einem Klick erreichbar ist. Eine Datenschutzerklärung, die zu dem passt, was Ihre Seite tatsächlich tut. Wenn Sie Google Fonts, Google Maps, Analysewerkzeuge oder eingebettete Videos verwenden, muss das dort stehen und in vielen Fällen vorher abgefragt werden.
Der einfachste Weg, dieses Problem loszuwerden, ist, die Dienste nicht zu verwenden. Eine Website ohne Fremdskripte braucht kein Einwilligungsbanner. Lassen Sie die Texte im Zweifel von einem Fachanwalt prüfen. Das ist Rechtsberatung, und die gehört nicht ins Marketing.
8. Belege
Suchen Sie auf Ihrer Seite nach allem, was ein Fremder Ihnen glauben soll, und fragen Sie sich, warum er das tun sollte.
Kundenstimmen mit Namen wirken. Fotos echter Arbeiten wirken. Die Zahl Ihrer Google-Bewertungen wirkt. Der Satz „Qualität ist unser höchstes Gut“ wirkt nicht, weil er auf jeder zweiten Seite steht. Wie Sie an Belege kommen, steht in Bewertungen entstehen nicht von selbst.
Auswerten: was Sie mit dem Ergebnis machen
Zählen Sie, bei wie vielen der acht Punkte Sie etwas notiert haben.
Bis zu zwei Punkte: Ihre Seite ist in Ordnung. Beheben Sie die Punkte und lassen Sie es dabei.
Drei bis fünf Punkte: Reparieren lohnt sich. Nehmen Sie sich einen Punkt pro Woche vor, in der Reihenfolge Anfrageweg, Aktualität, Auffindbarkeit.
Sechs Punkte oder mehr: Rechnen Sie durch, ob Neubauen nicht günstiger ist. Bei einer Seite, die grundsätzlich falsch aufgebaut ist, kostet jede Reparatur Geld und behebt die Ursache nicht.
Damit die Prüfung nicht einmalig bleibt, setzen Sie sich zweimal im Jahr einen Termin. Eine kürzere Fassung dieser Liste finden Sie im Online-Frühjahrsputz.
Wo ich dabei helfe
Diese acht Punkte können Sie selbst prüfen. Sie brauchen dafür keine Agentur, und Sie sollten dafür auch keine bezahlen.
Meine Arbeit fängt bei der Frage an, die diese Liste nicht beantwortet: Wie steht Ihre Seite im Vergleich zu den drei Betrieben, die vor Ihnen stehen? Das prüfe ich im Wettbewerbs-Check für 390 €. Sie bekommen eine Auswertung, die sagt, woran es liegt und in welcher Reihenfolge sich Arbeit lohnt.
Fangen Sie mit Punkt 5 an. Wenn Ihr Formular kaputt ist, sind die anderen sieben Punkte gleichgültig.