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Social-Media-Profile prüfen, bevor Sie mehr posten
Die meisten Betriebe wollen mehr posten. Sinnvoller ist zuerst die Frage, ob das, was schon da steht, überhaupt trägt. Acht Punkte, eine Stunde.
„Wir müssten mal mehr auf Instagram machen.“ Das ist fast immer der falsche nächste Schritt.
Bevor Sie mehr veröffentlichen, sollten Sie wissen, ob das, was schon da ist, überhaupt etwas bringt. Sonst erhöhen Sie den Aufwand und nicht das Ergebnis. Die folgende Prüfung dauert eine Stunde und beantwortet die Frage, ob sich mehr Aufwand lohnt und wo.
1. Bestandsaufnahme: was existiert überhaupt?
Schreiben Sie alle Profile auf, die es zu Ihrem Betrieb gibt. Auch die, die Sie vergessen haben.
Eine Facebook-Seite, die ein früherer Mitarbeiter angelegt hat. Ein Instagram-Konto von der Aktion vor drei Jahren. Ein LinkedIn-Unternehmensprofil, das automatisch entstanden ist, weil sich jemand als Mitarbeiter eingetragen hat.
Verwaiste Profile sind schlimmer als gar keine. Ein Interessent findet eine Seite mit dem letzten Beitrag von 2022 und schließt daraus, dass es den Betrieb kaum noch gibt. Entweder Sie übernehmen so ein Profil, oder Sie lassen es löschen.
2. Kommt man von dort zu Ihnen?
Prüfen Sie in jedem Profil den hinterlegten Link. Führt er auf Ihre Website? Führt er auf die richtige Seite? Funktioniert er überhaupt noch?
Ein Profil ohne funktionierenden Weg zur Anfrage ist ein Schaufenster ohne Tür.
3. Stimmen die Angaben mit allem anderen überein?
Name, Adresse, Telefonnummer im Profil müssen zeichengenau so lauten wie auf Ihrer Website und in Ihrem Google-Eintrag. Warum das über Ordnungsliebe hinausgeht, steht in Ein Umzug, 41 Verzeichnisse.
4. Das Impressum
In Deutschland brauchen geschäftlich genutzte Profile eine Anbieterkennzeichnung. Ein Link auf das Impressum Ihrer Website genügt in der Regel, er muss aber vorhanden und erreichbar sein. Fehlt er, ist das abmahnfähig.
5. Was hat in den letzten zwölf Monaten funktioniert?
Öffnen Sie die Statistik und sortieren Sie Ihre Beiträge nach Reichweite. Sehen Sie sich die besten fünf und die schlechtesten fünf an.
Bei lokalen Betrieben ist das Ergebnis fast immer dasselbe. Oben stehen Bilder von echter Arbeit, Menschen aus dem Betrieb und Vorher-nachher-Aufnahmen. Unten stehen Grußkarten zu Feiertagen, geteilte Fremdinhalte und alles, was nach Werbeanzeige aussieht.
Das ist die wichtigste Erkenntnis dieser Prüfung, und sie steht kostenlos in Ihrer eigenen Statistik.
6. Wer schaut überhaupt zu?
In der Statistik steht auch, woher Ihre Follower kommen. Prüfen Sie den Ortsanteil.
Wenn ein Handwerksbetrieb aus Neuss 800 Follower hat, davon aber 600 aus dem Ausland stammen, weil vor Jahren einmal ein Beitrag weit gelaufen ist, dann ist die Zahl 800 wertlos. Für einen lokalen Betrieb sind 150 Follower aus dem Rhein-Kreis mehr wert als 2.000 verstreute.
7. Passt der Kanal zu Ihrem Geschäft?
Nicht jede Plattform lohnt für jeden Betrieb.
Wo sichtbare Arbeit entsteht, also bei Malern, Gärtnern, Schreinern, Bädern, wirken Bildkanäle. Wo Sie andere Unternehmen als Kunden haben oder Personal suchen, wirkt LinkedIn. Ein Kanal, den Sie ordentlich bespielen, schlägt drei, die Sie nebenher mitschleppen.
Wir empfehlen zwei Kanäle, nicht mehr. Und wir raten von TikTok und X ab, weil der Aufwand für lokale Betriebe in keinem Verhältnis zum Ertrag steht.
8. Antworten Sie?
Sehen Sie in den Posteingang jedes Kanals. Auch in den Ordner mit den angeforderten Nachrichten, den kaum jemand kennt.
Dort liegen bei erstaunlich vielen Betrieben unbeantwortete Anfragen. Manche mehrere Monate alt. Das sind Menschen, die Sie erreichen wollten und die inzwischen woanders gekauft haben.
Auswerten: was Sie mit dem Ergebnis machen
Die Prüfung endet mit einer von drei Entscheidungen.
Aufräumen und liegen lassen. Wenn Ihre Anfragen über Empfehlung und Google kommen und Ihre Kanäle nichts beitragen, ist das eine legitime Entscheidung. Profile sauber machen, Öffnungszeiten und Links stimmen lassen, Impressum ergänzen, danach nichts mehr. Besser ein ordentliches, ruhendes Profil als ein hektisches, das nichts bringt.
Einen Kanal ernsthaft betreiben. Den, der laut Statistik am besten läuft. Mit festem Rhythmus, den Sie auch in einer vollen Woche einhalten können. Lieber einmal pro Woche verlässlich als dreimal, bis die Luft raus ist.
Zwei Kanäle mit Unterstützung. Das ist der Punkt, an dem es Zeit kostet, die Sie im Betrieb nicht haben.
Was Sie in der nächsten Stunde tun können
1. Alle Profile auflisten, auch die vergessenen.
2. Links und Kontaktdaten in jedem Profil prüfen.
3. Impressumslink ergänzen, wo er fehlt.
4. Die besten und schlechtesten fünf Beiträge ansehen und notieren, was sie unterscheidet.
5. Den Ortsanteil Ihrer Follower nachsehen.
6. Alle Postfächer leeren, auch den Ordner mit angeforderten Nachrichten.
7. Eine der drei Entscheidungen treffen und aufschreiben.
Wo ich dabei helfe
Diese Prüfung sollten Sie selbst machen. Sie erkennen an Ihren eigenen Beiträgen besser als jeder Externe, welche Arbeit dahinterstand.
Meine Arbeit beginnt bei der dritten Entscheidung. Inhalte für zwei Kanäle, verlässlich, in Ihrem Ton, mit echten Bildern aus Ihrem Betrieb, gehören ab Stufe 4 der Betreuung zum Umfang. Davor lohnt es sich meistens nicht, weil ohne Sichtbarkeit bei Google und ohne Bewertungen die Grundlage fehlt.
Fangen Sie mit Punkt 8 an. Falls dort unbeantwortete Nachrichten liegen, ist das der teuerste Fund dieser Stunde.